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Das Altersvorsorgedepot

Die gesetzliche Rente allein wird für viele Menschen in Zukunft nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu sichern. Umso wichtiger ist es, frühzeitig privat vorzusorgen. Eine neue Möglichkeit soll ab 2027 zur Verfügung stehen: das Altersvorsorgedepot (AVD).

Das AVD soll staatliche Förderungen mit den Möglichkeiten des Kapitalmarkts kombinieren – und richtet sich an eine sehr breite Zielgruppe.

In diesem Beitrag erfährst du, wie das Altersvorsorgedepot funktioniert, für wen es interessant sein kann und welche Chancen und Risiken du kennen solltest.

Altersvorsorgedepot ab 2027 erhältlich

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Es soll neben den bestehenden Formen der privaten Altersvorsorge treten und auch Selbstständigen offenstehen.

Die Grundidee ist einfach:
Du investierst regelmäßig Geld in ein Depot, das vor allem in Wertpapiere wie ETFs oder Fonds investiert. Gleichzeitig unterstützt dich der Staat mit finanziellen Zuschüssen.

Die wichtigsten Eckpunkte im Überblick:

  • Start voraussichtlich ab Januar 2027
  • staatliche Zulagen von bis zu 540 € pro Jahr
  • zusätzliche Förderung von bis zu 300 € pro Kind und Jahr
  • steuerliche Vorteile während der Ansparphase
  • Auszahlung frühestens ab dem 65. Lebensjahr

Das Altersvorsorgedepot verfolgt damit einen langfristigen Ansatz: Vermögensaufbau über den Kapitalmarkt, unterstützt durch staatliche Förderung.

avd

Änderungen aufgrund künftiger gesetzlicher Anpassungen sind möglich. Die tatsächliche Förderung hängt zudem von den individuellen Voraussetzungen ab.

Wie funktioniert das Altersvorsorgedepot?

Beim Altersvorsorgedepot zahlst du regelmäßig Beiträge ein – aus eigenen Mitteln ergänzt durch staatliche Zulagen. Diese Einzahlungen werden im Rahmen des Depots in ausgewählte Kapitalmarktprodukte wie Fonds oder ETFs investiert und bilden die Grundlage für den langfristigen Aufbau deiner Altersvorsorge.

1. Einzahlung und Förderung

Als Anleger:in leistest du eigene Beiträge. Zusätzlich erhältst du Förderungen:

  • Grundzulage (bis zu 540 € jährlich)
  • Kinderzulage (bis zu 300 € jährlich pro Kind)
  • einmalig 200 €, wenn du unter 25 Jahre alt bist

Diese Förderung erhöht dein investiertes Kapital und kann langfristig einen deutlichen Unterschied machen.

2. Investition in Wertpapiere

Dein Geld wird in Kapitalmarktprodukte investiert:

  • ETFs (börsengehandelte Fonds)
  • Investmentfonds

Das Ziel: langfristiges Wachstum durch Renditemöglichkeiten der Märkte.

3. Steuerliche Behandlung

Während der Ansparphase gilt:

  • Keine unmittelbare Besteuerung der laufenden Erträge (Kursgewinne, Dividenden, Fondserträge etc.) 

Erst bei der Auszahlung im Alter erfolgt die Besteuerung – mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz im Alter.

4. Auszahlung

Die Auszahlungsphase kann grundsätzlich zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr beginnen.

Bis zu 30 % des Kapitals dürfen einmalig zu Beginn der Auszahlungsphase entnommen werden, das verbleibende Kapital wird – entweder im Rahmen eines im Rahmen eines Auszahlungsplans, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr läuft, oder als lebenslange Rente (je nach Vertragswahl) ausbezahlt.

Vorzeitige Entnahmen sind grundsätzlich förderschädlich und können zur Rückzahlung staatlicher Förderung und steuerlicher Vorteile führen, da das Altersvorsorgedepot klar als langfristige Vorsorgelösung konzipiert ist und nicht als flexible Sparanlage für kurzfristige Zwecke dient (vorzeitige Verfügungen können zum Verlust von staatlicher Förderung und Nachversteuerung der Kursgewinne und Erträge führen).

5. Kosten im Überblick: transparent und begrenzt

Ein wesentliches Merkmal des Altersvorsorgedepots liegt in der transparenten und teilweise gesetzlich begrenzten Kostenstruktur. Für sogenannte Standarddepots gilt eine klare Regel: Für Standarddepots sind die Effektivkosten gesetzlich auf maximal 1,0 % begrenzt.

In dieser Obergrenze sind alle wesentlichen Kosten bereits enthalten, zum Beispiel:

  • Depotführungs- und Verwaltungskosten
  • Fondskosten (z. B. bei ETFs)
  • Transaktionskosten

Damit soll sichergestellt werden, dass Gebühren die staatlichen Zulagen und den langfristigen Vermögensaufbau nicht übermäßig schmälern. Gleichzeitig sorgt diese Regelung für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit zwischen den Anbietern.

Wichtig für Anleger:innen:
Der gesetzliche Kostendeckel gilt nur für das standardisierte Altersvorsorgedepot, die jeder Anbieter anbieten muss. Bei individuell gestalteten Altersvorsorgedepots oder ergänzenden Produktvarianten können die Kosten je nach Anbieter und Anlagestrategie unterschiedlich ausfallen.

Warum das Altersvorsorgedepot interessant sein kann

Das Altersvorsorgedepot bringt einige Vorteile mit sich, die es zu einer spannenden Option für viele Anleger:innen machen.

  • Staatliche Förderung nutzen

Die Zulagen erhöhen dein Kapital unmittelbar. Gerade für Familien mit Kindern kann sich das besonders lohnen.

 

  • Zugang zum Kapitalmarkt

Das Altersvorsorgedepot ermöglicht die Anlage am Kapitalmarkt, z. B. über Fonds und ETFs, und eröffnet damit höhere Renditechancen als viele klassische Garantieprodukte.

 

  • Steuerstundungseffekt

Die steuerliche Behandlung kann dazu beitragen, dass Erträge länger im Depot verbleiben und weiter investiert werden können.

 

  • Mehr Flexibilität als bisherige Modelle

Im Vergleich zur Riester-Rente soll das Altersvorsorgedepot kostengünstiger sein und mehr Flexibilität bei Anlage und Auszahlung bieten.

Risiken und Einschränkungen: Das solltest du beachten

So attraktiv das Konzept ist – es gibt auch wichtige Punkte, die du vor einer Entscheidung berücksichtigen solltest.

  • Kapitalbindung bis zur Rente

Das investierte Geld ist grundsätzlich bis zum Rentenalter gebunden. Ein vorzeitiger Zugriff ist nur eingeschränkt möglich. Wenn du vorzeitig auf dein Geld zugreifst:

  • müssen staatliche Förderungen zurückgezahlt werden
  • können Steuern auf Gewinne anfallen

Das macht deutlich: Das AVD ist keine flexible Sparreserve, sondern ein langfristiges Vorsorgeinstrument.

  • Kursschwankungen am Kapitalmarkt

Investitionen in ETFs und Fonds unterliegen Marktschwankungen. Das bedeutet, dass Wertverluste möglich sind und insbesondere kurzfristig kann es zu starken Schwankungen kommen. Ein langer Anlagehorizont ist daher entscheidend.

  • Politische und regulatorische Unsicherheit

Die konkrete Ausgestaltung einzelner Produkte kann je nach Anbieter variieren. Zudem können bis zum Produktstart noch weitere gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Vorgaben erlassen werden. Gesetzliche Rahmenbedingungen können sich künftig ändern. Dies kann Auswirkungen auf Fördervoraussetzungen, Förderhöhen oder die steuerliche Behandlung haben.

Risiken und Einschränkungen

Für wen eignet sich das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot kann besonders interessant sein für:

  • Berufseinsteiger:innen

Bei einem früheren Beginn steht bis zum Ruhestand ein längerer Zeitraum zur Verfügung. Dadurch können langfristige Marktentwicklungen und Effekte der Wiederanlage von Erträgen stärker ins Gewicht fallen.  

  • Familien

Für Familien können insbesondere staatliche Förderbestandteile, wie etwa Kinderzulagen, bei der Einordnung des Modells eine Rolle spielen.

  • Selbstständige

Eine wichtige Neuerung: Auch Selbstständige erhalten Zugang zu staatlich geförderter Altersvorsorge.

  • Langfristig orientierte Anleger:innen

Wenn du bereit bist, zwischenzeitliche Marktschwankungen in Kauf zu nehmen und langfristig zu investieren, kann das Altersvorsorgedepot eine sinnvolle Ergänzung deiner privaten Vorsorge darstellen.

Wie unterscheidet sich das AVD von der Riester-Rente?

Das Altersvorsorgedepot wird oft als „Nachfolger“ der Riester-Rente bezeichnet. Es gibt jedoch zentrale Unterschiede.

Die konkrete Ausgestaltung hängt stets vom jeweiligen Produkt ab. Nach aktuellem Stand der Reform soll das Altersvorsorgedepot insbesondere einen stärkeren Fokus auf kapitalmarktorientierte Anlagen legen und einen erweiterten Zugang für Selbstständige ermöglichen. Die individuelle Kostenstruktur, Förderwirkung, Wertentwicklung und Eignung hängen jedoch vom jeweiligen Anbieter, der gewählten Anlagestrategie sowie den persönlichen Umständen ab.

Fazit: Eine moderne Ergänzung zur Altersvorsorge

Das Altersvorsorgedepot könnte ab 2027 eine wichtige Rolle in der privaten Vorsorge spielen. Es verbindet staatliche Förderung mit den Chancen der Kapitalmärkte und eröffnet neue Möglichkeiten – insbesondere für jüngere Anleger:innen und Selbstständige. Du musst außerdem kein Experte sein, um mit dem Altersvorsorgedepot zu starten. Das Modell ist so aufgebaut, dass auch Einsteiger:innen einen einfachen Zugang zum Kapitalmarkt bekommen.

Gleichzeitig gilt:
Das AVD ist kein Allheilmittel. Die Kapitalbindung, mögliche Marktschwankungen und die langfristige Ausrichtung erfordern eine bewusste Entscheidung.

👉Unser Tipp: Betrachte das Altersvorsorgedepot als einen Baustein in deiner Gesamtstrategie. Eine breite Streuung über verschiedene Vorsorgeformen kann helfen, Risiken zu reduzieren.

 

Weiterführende Informationen

Umfassende Informationen zum neuen Altersvorsorgedepot, inklusive Förderrechner und weiterführenden Inhalten, findest du hier:

 Zum Altersvorsorgedepot

 

Risikohinweis:  Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Erwerb, Halten oder Wechsel eines Altersvorsorgeprodukts dar. Ob ein solches im Produkt im Einzelfall passend ist, hängt von den individuellen Zielen, der finanziellen Situation, der Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont ab. Kapitalmarktanlagen unterliegen Schwankungen. Verluste sind möglich.